Perus atemraubende Schönheiten – #2 Rainbow Mountain

Peru ist für seine Wanderrouten in schwindelnder Höhe berühmt-berüchtigt. Nachdem wir schon erfolgreich die Laguna 69 und den Machu Picchu erklommen haben, wollen wir uns ein weiteres, farbenfrohes Spektakel ansehen: den Rainbow Mountain auf 5.200 m über N.N.. Wir knattern also frohen Mutes eine kurvige Piste entlang zahlreicher, äußerst plüschiger Lamas und Alpakas und fahren unserem nächsten Ziel entgegen.

Unser Lager wollen wir aus Temperaturgründen sicherheitshalber 10 km vor und gut 500 Höhenmeter unter dem Treck aufschlagen. Bei zweistelligen Minusgraden zu zelten, erscheint uns momentan wenig attraktiv. Auch heute finden wir einen geeigneten Ort: Wir dürfen im Hinterhof eines Restaurants auf einer Wiese neben einem Fluss unser mobiles Heim aufschlagen. Umgeben von Bergwipfeln und unter tausenden von Sternen verbringen wir die Nacht.

Am nächsten Morgen werden wir von einer Horde Touristen überrascht, die in aller Herrgottsfrühe mit einem Tourbus aus Cuzco angereist ist und fröhlich lachend um unser Nachtlager patrouilliert. Sie überlegen bereits mit Wanderschuhen, Rucksack und Sonnenhut ausgerüstet, ob sie hier beim Restaurant noch einen Wanderstock shoppen wollen. Parallel starren sie uns entgeistert an als wir uns verschlafen aus dem Zelt pellen. Wir lassen uns davon aber nicht abschrecken und frühstücken erst einmal die immer wieder leckeren Haferflocken (was ich mich schon auf ein opulentes Frühstück daheim freue!).

Wandern in der Höhe

Frohen Mutes machen wir uns dann mit einem Motorrad auf den Weg in die Höhe und fahren zum Startpunkt. Zelt und das andere Moped bleiben in Obhut des Restaurantbesitzers. Wir erreichen ein buntes Basislager mit einem Parkplatz, wo man noch flink einen Schokoriegel kaufen kann. Wollen wir aber nicht. So verbleibt das Vehikel hier und wir beschreiten flinken Fußes den gut ausgebauten Wanderpfad, der sich zunächst flach entlang von Alpakaherden schlängelt. Guter Laune bestaunen wir die Schönheit um uns herum.

Unser Plan für den weiteren Weg: Wir werden anmutig den Rainbow Mountain erklimmen. Ach was, wir werden ihn hinaufschweben! Jawohl. Schließlich haben wir sechs Wochen in den Bergen Cuscos verbracht, da sollten wir doch höhentechnisch gut akklimatisiert sein.

Dachten wir.

Anstelle zu frohlocken, röcheln wir bereits nach wenigen Minuten den dann doch steilen Anstieg für einige Stunden hoch. Von wegen ebener Weg und so. Zwischendurch werden wir von Touristen überholt. Was? Wie geht das denn? Ach ja, die sitzen auf Maultieren und müssen sich nicht selbst anstrengen. Wie die rasenden Führer in sandalenartigen Schlappen und deren Maultiere mit Beladung es allerdings mehrmals am Tag in diesem Supertempo den Berg hochschaffen, ist uns ein Rätsel.

Gipfelstürmer – Dank Coca Blättern

Doch wir bleiben tapfer und wollen uns daran erfreuen, den Aufstieg aus eigener Kraft geschafft zu haben. Mitleidige Angebot der freien Maultierführer lehnen wir dankend ab. Mit dem Ziel vor Augen heißt die Maxime: Ein Schritt nach dem anderen. Jeder Meter zählt! Zwischendurch rasten wir und stärken uns mit Wasser und Massen an Coca Blättern, die wir dieses Mal im Gepäck haben. Wir lernen ja dazu! Schneller werden wir davon leider nicht, bekommen dafür aber keine Kopfschmerzen.

Irgendwann erreichen auch wir den Gipfel. Das Martyrium hat sich gelohnt: Die Farben des Rainbow Mountain schillern in glänzender Pracht. Wir blicken in die Ferne und sehen schneebedeckte Gletscher des Apu Ausangate. Es ist wunderschön hier oben.

Nach einem kurzen Verschnaufen müssen wir uns schon wieder an den Abstieg machen – schließlich wollen wir ja noch im Hellen am Zelt ankommen. Glücklicherweise geht es nun nur noch bergrunter und wir sind entsprechend schneller. Doch auch dieses Mal erreichen wir den Ausgang, an dem unser Moped treu auf uns wartet, als Letzte. Alle Touristebusse sind schon längst über alle Berge. Egal. Wir haben es ja nicht mehr weit bis zu unserem Lager.

Dort angekommen, lässt es sich bei einem leckeren Abendessen gut erholen. Nun aber schnell in den Schlafsack, ehe es anfängt zu frieren. Am vorherigen Morgen nämlich fanden wir unser draußen in einer Tasse vergessenes Wasser als Eisklotz wieder. Brrr.

Gute Nacht!

Felicitas


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